Mitgliederversammlung 2012

Vermieter müssen in Zukunft bereit sein, neue Wege zu gehen

Es herrschte großer Andrang bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Haus- und Grundeigentümervereins im Kreis Altenkirchen und Westerwaldkreis e.V. Kaum verwunderlich, warteten doch im Barbarasaal der Stadthalle Betzdorf schließlich einige handfeste Informationen zu der Frage „Energetisch sanieren – mit Gewinn möglich?“

„Energetisch sanieren – mit Gewinn möglich?“ – zu dieser Frage konnte Hans-Georg Haut (links) von der Wohnstättengenossenschaft Siegen bei der Mitgliederversammlung einige Auskünfte erteilen.

„Energetisch sanieren – mit Gewinn möglich?“ – zu dieser Frage konnte
Hans-Georg Haut (links) von der Wohnstättengenossenschaft Siegen
bei der Mitgliederversammlung einige Auskünfte erteilen.

Viele Hausbesitzer (nicht nur) im Westerwald fragen sich, wie sie beim Wohnen und insbesondere Heizen Energie einsparen können. Und wie auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Haus- und Grundeigentümervereins im Kreis Altenkirchen und Westerwaldkreis e.V. deutlich wurde, ist diese Frage ebenfalls für Vermieter von kaum zu unterschätzender Bedeutung. Schließlich trägt eine gute Energiebilanz enorm zur Attraktivität einer Immobilie bei. Zumal das Thema aufgrund immer schneller steigender Energiepreise auch in Zukunft hochaktuell bleiben wird, wie der Ortsvereinsvorsitzende RA Michael Schneider feststellte – und zwar sowohl für Eigentümer als auch Mieter.

Ausgewiesener Experte berichtete aus seiner alltäglichen Berufspraxis

Entsprechend freute er sich, mit Hans-Georg Haut einen ausgewiesen Experten und Praktiker zu diesem Thema als Referenten begrüßen zu können. Der ist nämlich geschäftsführender Vorstand der Wohnstättengenossenschaft Siegen und verwaltet mit ihr 912 Wohnungen in 168 Häusern. Dabei gehört die regelmäßige Instandhaltung und Modernisierung zum Tagesgeschäft.

Von den Erkenntnissen des Profis können sicherlich auch viele private Vermieter vor Ort profitieren. Die Genossenschaft setzt bei der energetischen Sanierung auf eine enge Zusammenarbeit mit den (künftigen) Mietern. So kläre man, wie Hans-Georg Haut erläutert, beispielsweise zunächst in einem Gespräch mit einem Mietbewerber, ob überhaupt Interesse an einer Modernisierung besteht. Zwar muss der Mieter dann mehr zahlen – aber dennoch entscheiden sich die meisten für eine modernisierte Wohnung. „Dann wird auch alles neu gemacht: Wasserleitungen, Fliesen, Elektrik, Türen und Bodenbeläge. Sogar Balkone werden von Zeit zu Zeit nachträglich installiert“, so der Referent.

Moderne Technik spart Energie und erhöht spürbar den Wohnkomfort

Einen wichtigen Aspekt des Themas betonte Hans-Georg Haut gleich mehrfach: In Punkto Schimmelvorbeugung bzw. des dazu notwendigen ausreichenden Luftaustauschs sei die Kipplüftung keinesfalls geeignet. Der entscheidende Faktor zur Vorbeugung ist seiner Meinung nach eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung. „Die sorgt gleichzeitig für frische Luft, spart wertvolle Heizenergie und schont durch den konstanten Luftwechsel die Bausubstanz“, so Haut. Und durch die integrierten Filter profitieren natürlich auch Allergiker.

Weitere Energieeinsparungen seien durch Dachsanierung (14 Prozent Ersparnis), durch Fassadendämmung (21 Prozent) und Heizungserneuerung (21 Prozent) möglich, führte der Experte aus. Für Vermieter bleibe durch sinkende Energiekosten ein größerer Spielraum bei der Kaltmiete.

Blieb die Frage nach den Kosten: Die Wohnungsbaugenossenschaft investiert für die Sanierung einer 60 Quadratmeter großen Wohnung im Schnitt 30.000 bis 40.000 Euro. Auch wenn ein solcher Betrag viele Vermieter möglicherweise zunächst zurückschrecken lässt – Rechtsanwalt Michael Schneider appellierte an die zahlreich erschienenden Vereinsmitglieder: „Wir müssen neue Wege gehen. Wir dürfen unsere Wohnungen nicht mehr nur verwalten wie vor 25 Jahren, sondern müssen umdenken, um Leerstand zu vermeiden.“ Und immerhin könne der Vermieter laut Gesetz elf Prozent der aufgewendeten Kosten auf seine Mieter umlegen.

An alle Formalien rechtzeitig denken

Wichtig sei es jedoch in jedem Fall, die Formalien einzuhalten. So müsse die Maßnahme unter Beifügung einer Kostenberechnung drei Monate vor Beginn angekündigt werden. Hierbei müssten dann auch die Gesamtkosten und die Mieterhöhungsbeträge angegeben werden.

Neben solch pragmatischen Tipps gab es natürlich auch allerhand Formalitäten zu besprechen und Wahlen abzuhalten. Kassierer Hans-Peter Halft konnte der Versammlung einen ausgeglichenen Haushaltsplan präsentieren. Unter der Leitung von Bürgermeister Bernd Brato wurden Wilma Höfer aus Kirchen sowie Trude Beuth aus Betzdorf in den Ämtern als Kassenprüferinnen einstimmig bestätigt.

Mitgliederzahl stieg leicht an

Geschäftsführer Wolfgang Märker berichtete, dass dem Ortsverein nunmehr 944 Personen angehören, ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Er wies zugleich noch mal auf das umfangreiche Serviceangebot des Vereins hin, wie zum Beispiel die Sprechstunden (jeden 2. und 4. Montag eines Monats im Beratungszimmer der Stadthalle Betzdorf, Eingang Hellerklause), in denen ratsuchenden Eigentümern geholfen wird.

Gleichzeitig mahnte er aber auch ein Stückweit Selbsthilfe an: So betonte der Vereinsgeschäftsführer, wie wichtig es sei, vor Mietvertragsabschluss eine Bonitätsprüfung durchführen zu lassen. Wer das über die Verbandsgeschäftsstelle von Haus & Grund Rheinland-Pfalz macht, wird innerhalb von zwei Tagen über das Zahlungsverhalten eines Mietbewerbers informiert. „Handeln Sie, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist“, appellierte Wolfgang Märker.

Zum Abschluss dankte er Vorstand und Beirat für die sehr gute Zusammenarbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. Besonders bedankte sich der Geschäftsführer bei Vereinschef RA Michael Schneider, der Kollegen und Mitgliedern immer mit Rat und Tat zur Seite stehe.

 

Kostenlose Energieberatung für Mitglieder

  • Im Rahmen der  Mitgliederversammlung des Haus- und Grundeigentümervereins im Kreis Altenkirchen und Westerwaldkreis e.V. wies der Vorsitzende Michael Schneider – passend zum Hauptthema des Abends, also die energetische Sanierung des Wohnungsbestands – noch darauf hin, dass der 2. Vorsitzende Dipl.-Ing. Joachim Weid eine kostenlose Energieberatung für Mitglieder anbietet.
  • Beratungstermine können unter 0 27 41/13 44 vereinbart werden.
  • Nähere Infos zum Verein gibt’s unter Tel. 0 27 43/49 82