Wertvolle Infos zum Schutz der Habseligkeiten

Mitgliederversammlung 2017 von Haus & Grund Kreis Altenkirchen und Westerwaldkreis e.V.

Wie kann ich mich als privater Eigentümer vor Einbrüchen schützen? Mit der Auswahl des Vortragsthemas bewiesen die Verantwortlichen von Haus & Grund Kreis Altenkirchen und Westerwaldkreis rund um den frisch wiedergewählten Vorsitzenden Michael Schneider eine gute Spürnase.

Der Vorstand von Haus & Grund Kreis Altenkirchen / WesterwaldkreisBewährtes Team bei Haus & Grund Kreis Altenkirchen und Westerwaldkreis: Der wiedergewählte Vorsitzende Rechtsanwalt Michael Schneider (vorn Bildmitte) mit seinem Vorstandsteam bei der diesjährigen Mitgliederversammlung in der Stadthalle Betzdorf. - Foto: Haus & Grund

Bei uns ist sowieso nichts zu holen“, „Bei uns wird schon nicht eingebrochen“ oder „Was soll’s, ich bin ja versichert“ – diese Meinungen werden oft geäußert, wenn wieder einmal ein Einbruch in den Medien gemeldet wird. Kriminalhauptkommissar Josef Rüth vom Polizeipräsidium Koblenz widerlegte diese Thesen bei der gut besuchten Mitgliederversammlung des Haus- und Grundeigentümervereins im Kreis Altenkirchen und Westerwaldkreis e.V. in der Betzdorfer Stadthalle.

Referent Rüth zeigte anschaulich Methoden und Einstiegswege der Einbrecher auf. Den Schwerpunkt der Einbrüche bilden Einfamilienhäuser. Während hier 65% aller Einbrüche stattfinden, werden lediglich 35% der Taten in Gewerbebetrieben oder Mehrfamilienhäusern verübt. Bei Dreiviertel aller Fälle stehen Schmuck und Bargeld auf der Liste der Diebe. Lediglich ein Viertel des Diebesgutes betrifft größere Wertgegenstände wie Fernseher oder Computer. In jüngster Zeit stehen teure Haushaltsgegenstände auf der Wunschliste der Diebe: Eine gute Küchenmaschine wie z.B. der Thermomix ist auch bei Einbrechern stark gefragt.

Fenster und Türen sind die Schwachstellen am Haus

Fensterflügel und Türen stellen die Schwachstellen des Hauses dar. In 85% aller Einbrüche werden diese aufgehebelt. In 9% aller Fälle kommen Einbrecher sogar durch die Haustür. Die schwach gesicherte Eingangstür wird einfach aufgehebelt. Über Kellertür oder Lichtschacht verschaffen sich Einbrecher in rund 6% der Fälle einen Zugang.

Wie schnell ein Einbruch bei Standardfenstern und -türen vonstatten geht, konnte mit Filmbeiträgen dargestellt werden. Zehn bis 20 Sekunden genügen den Einbrechern, um mit einem Schraubendreher relativ lautlos ein Fenster zu öffnen.

Die Lösung: Einbruchhemmende Fenster mit abschließbaren Griffen und Durchwurf hemmender Verglasung. Für Nachrüstungen kommen Panzerquerriegel bei Türen in Betracht.

Bei Fenstern wird in mehr als Dreiviertel aller Fälle der Fensterflügel aufgehebelt. Nur bei 7% wird das Glas eingeschlagen, um in das Haus zu gelangen. „Die Täter wollen ihre DNA-Spuren nicht hinterlassen und vermeiden tunlichst diese Einstiegsart“, so der Polizist. „Gekippte Fenster sollten bei Abwesenheit immer vermieden werden“, meinte Rüth.

Besonders in der dunklen Jahreszeit haben Einbrecher oft leichtes Spiel. Schon von außen ist abends erkennbar: Die Bewohner sind außer Haus. Schnell sind dann Einbrecher im Gebäude, hinterlassen oft Chaos und ratlose oder verängstigte Besitzer. „Täuschen Sie Anwesenheit vor – durch Licht, lautes Radio oder einen TV-Simulator oder Bewegung der Rollläden. Das können Sie mit Zeitschaltuhren programmieren oder durch wachsame Nachbarn erledigen lassen“, meinte Rüth.

Vereinschef Michael Schneider freute sich über das hervorragende Referat und über die ausführliche Diskussionsrunde. „Uns zeigt dies, wie aktuell das Thema für Haus- und Grundeigentümer ist“, so der Rechtsanwalt.

Vorstand einstimmig im Amt bestätigt

Neben dem interessanten Vortrag standen natürlich noch Formalien auf der Tagesordnung. Michael Schneider (Betzdorf) und der 2. Vorsitzende Andre Stumpf (Wissen) wurden ebenso wie die Beiratsmitglieder Alexander Ermert (Betzdorf) und Erika Nickel (Wissen) einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Zu Kassenprüfern wählte die Versammlung Wilma Höfer (Kirchen) und Karin Otterbach (Niederfischbach).

Kassierer Hans-Peter Halft (Alsdorf) legte die Finanzen des Vereins dar. Geschäftsführer Wolfgang Märker (Daaden) berichtete anschließend, dass dem Verein 956 Personen und damit 17 Mitglieder mehr als vor einem Jahr angehören. Schwerpunkt bei den regelmäßigen Beratungen der Mitglieder waren Fragen zu Nebenkosten, aber auch zur Miethöhe.

Der Verein appelliert, vor der Unterzeichnung eines Mietvertrags immer eine Bonitätsprüfung der Mietbewerber durch den Landesverband in Mainz zu nutzen. Rechtsanwalt Michael Schneider stellte in seinem Bericht fest, dass die Talsohle für Vermieter aktuell durchschritten sei. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien steige auch im Kreis Altenkirchen wieder an. 

Kriminalhauptkommissar Josef Rüth (r.) referierte zum Thema Einbruchschutz. - Foto: Haus & Grund